Abhängigkeit, Allgemein, Beziehung, Erkenntnis, Gesellschaft

Gehst du mit auf die Straße?

In der letzten Zeit wurde ich des Öfteren von Verwandten und Bekannten gefragt, ob ich mit auf die Straße gehe, um zu demonstrieren. 

Auf die Frage hin, was es zu demonstrieren gibt, gab es die unterschiedlichsten Antworten. 

Im Allgemeinen hörte ich die Angst vor der Zukunft aus ihren Worten und die Meinungen, was die Politik alles verbockt hat.

Steigende Preise bei Lebensmitteln, Gas und Strom und die Überflutung mit ukrainischen Bürgern, welche unser Sozialsystem schamlos ausnutzen. Gemischt von Corona-Gegnern und der Meinung, die Masken- und Impfpflicht abzuschaffen. Viele Interessengemeinschaften vermischen sich immer mehr, und die Zahl der Menschen vermehrt sich weiter, die auf die Straße gehen, um zu demonstrieren und ihrem Hass freien Lauf lassen.

Ich kann mich noch daran erinnern, als mein Sohn in einem gewissen Alter der Meinung war, er müsse etwas gegen die Rechten unternehmen, und mit grünem Hahnenkamm und Lumpen gekleidet demonstrieren gegangen ist. 

Das Resultat war für mich verheerend. Ich musste mir anschauen, wie er von den Rechten geprügelt wurde und er noch stolz darauf war.

Ich lebte in einer ständigen Angst, dass ihm was passieren könnte. Schlafen konnte ich erst, wenn er nach Hause kam.

Das ging so lange, bis er eines Tages bei einer Demo von Polizisten eingekesselt wurde und er vor Angst nicht mal kacken gehen konnte, weil er ja eingekesselt war. Dann glaubte er etwas für die Umwelt tun zu müssen und fesselte sich an Bahnschienen und Bäumen fest und wurde von der Polizei abgeführt.

Wir führten stundenlange Gespräche über den Sinn dieser Aktionen, was es den bringt, ständig gegen etwas zu sein.

Wir redeten darüber, dass Gewalt wieder Gewalt erzeugt und er fragte mich, was ich denn für eine Lösung für das alles hätte. 

Erstmal konnte ich ihm auch keine richtige Antwort geben. 

Als wir tiefer in die Gespräche kamen, wurde klar, dass die heutige Gesellschaft gespalten ist, weil es im Interesse der Politiker liegt.

Sie nutzen jede Chance und ihr Hass tönt aus ihren Mikrofonen und jeder will Recht haben in ihren Meinungen. 

Anstatt als Vorbild zu agieren und sich zu einigen, bekämpfen und bekriegen sie sich gegenseitig.

Ich hoffe, dass wir uns der Schwelle nähern, wo die Hetze der Hass-Politik aufhören wird zu wirken. Die Menschen werden allmählich erkennen, dass es ihnen nicht gut tut, andere Menschen wegen ihrer Ethnie, ihres Glaubens, ihrer politischen Ansichten, ihrer Hautfarbe oder ihrer Kultur zu hassen. Es schadet ihnen und nützt den Politikern, die diese Technik anwenden. Wenn dies geschieht, werden die Menschen wirklich bereit sein, sich zu verbinden, und es werden sich wahre volksnahe Anführer erheben. Dann hat auch keiner mehr das Gefühl auf die Straße gehen zu müssen.

Ein Gedanke zu „Gehst du mit auf die Straße?“

  1. Ich glaube, in einer Demokratie ist Streit immer vorhanden, aber wichtig ist, dass dieser friedlich ausgetragen wird. Ein Artikel, wie deiner, der auf friedliche Kommunikation setzt, wird von Menschen gelesen und lenkt vielleicht die Gedanken des Ein- oder Anderen in eine friedliche Richtung. Am Anfang war das Wort. Und aus Worten können Taten werden. Meinungsverschiedenheiten wird es in einer pluralen Gesellschaft immer geben, aber an der Art der Kommunikation, gewaltfrei, können wir alle miteinander sicher noch arbeiten – aber das ist ein immerwährender Prozess, der nie aufhört.

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